Vaskuläre Demenz
Vaskuläre Demenz ist eine der häufigsten Formen von Demenz. Bei etwa einem von sechs Menschen mit Demenz ist vaskuläre Schädigung die primäre Ursache. Sie entsteht durch Probleme in der Hirndurchblutung.
Wie entsteht vaskuläre Demenz?
Das Gehirn benötigt Sauerstoff, der über das Blut zugeführt wird. Probleme in der Hirndurchblutung können daher zu vaskulärer Demenz führen. Diese Durchblutungsstörungen entstehen durch:
- Eine transitorische ischämische Attacke (TIA): Während einer TIA fließt für kurze Zeit kein Blut zum Gehirn, was normalerweise durch einen Blutpropfen verursacht wird, der sich später wieder auflöst.
- Ein Schlaganfall: Ein Schlaganfall ist der Oberbegriff für einen Hirninfarkt und eine Hirnblutung. Bei einem Hirninfarkt gibt es eine Verstopfung in den Hirngefäßen, die durch einen Blutpropfen, Arterienverkalkung oder beides verursacht wird. Wenn ein Blutgefäß im Gehirn platzt, spricht man von einer Hirnblutung.
Menschen entwickeln vaskuläre Demenz häufig durch eine Reihe kleiner Schlaganfälle oder TIAs, aber auch durch einen einzigen, großen Schlaganfall. Viele Betroffene haben zugrunde liegende Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die diese TIAs und Schlaganfälle verursachen. Die genetische Veranlagung spielt dabei eine eher geringe Rolle.
Was sind die Symptome der vaskulärer Demenz?
Die Symptome der vaskulären Demenz können variieren, je nachdem, welche Teile des Gehirns betroffen sind und wie stark die Schäden sind. Die häufigsten Symptome sind:
- Langsame Denkprozesse und verzögertes Handeln
- Schwierigkeiten beim Finden der richtigen Worte und langsames Sprechen
- Konzentrationsprobleme
- In fortgeschrittenen Stadien äußern sich körperliche Symptome wie Schwierigkeiten beim Balancieren, Taubheitsgefühle oder Lähmungen
Betroffene nehmen häufig zunächst eine Verschlechterung ihres Gedächtnisses wahr, was depressive oder ängstliche Gefühle hervorrufen kann.
Der Verlauf der vaskulären Demenz
Menschen mit vaskulärer Demenz können durch neue TIAs und Schlaganfälle plötzlich stark abbauen. Solange jedoch keine neuen Durchblutungsstörungen auftreten, kann der Zustand einer Person auch längere Zeit stabil bleiben.
Demenz ist nicht heilbar. Die Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann jedoch dazu beitragen, die Schäden an den Hirngefäßen zu begrenzen. In einigen Fällen kann dies sogar zu einer Verbesserung des Gedächtnisses führen. Eine gesunde Lebensweise spielt dabei ebenfalls eine wichtige Rolle.
Die meisten Diagnosen werden zwischen dem 65. und 75. Lebensjahr gestellt. Die Lebenserwartung bei vaskulärer Demenz variiert stark und hängt neben dem körperlichen Zustand auch vom Alter und anderen bestehenden Krankheiten ab. Menschen mit vaskulärer Demenz sterben normalerweise an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, nicht direkt an der Demenz.
Vaskuläre Demenz in Kombination mit anderen Formen
Vaskuläre Demenz kann auch gemeinsam mit einer anderen Form von Demenz, wie etwa der Alzheimer-Krankheit, auftreten. In diesem Fall sind die Gefäßschäden nicht die Hauptursache, sondern treten zusätzlich zu anderen Demenzursachen auf.