Was ist Demenz?

Demenz ist ein Sammelbegriff für mehr als 50 Krankheiten, bei denen das Gehirn Informationen nicht mehr richtig verarbeiten kann. Die Alzheimer-Krankheit ist die bekannteste Form der Demenz. Weitere häufige Formen sind die vaskuläre Demenz, die frontotemporale Demenz und die Lewy-Körper-Demenz.

Was passiert bei Demenz im Gehirn?

Bei Demenz funktionieren die Nervenzellen (Neuronen) und die Verbindungen zwischen diesen Zellen nicht mehr richtig. Darüber hinaus sterben Neuronen ab. Dies führt dazu, dass das Gehirn immer weniger in der Lage ist, Informationen zu verarbeiten.

Die Art und Weise, wie die Nervenzellen und deren Verbindungen angegriffen werden, variiert je nach Form der Demenz. Dies kann beispielsweise durch das Zusammenklumpen bestimmter Proteine, deren Ablagerung oder durch die Bildung von Verwirrung geschehen. Eine andere Möglichkeit ist, dass die Blut-Hirn-Schranke Schaden nimmt.

Was sind die Ursachen von Demenz?

Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, an Demenz zu erkranken. Nur in einer kleinen Gruppe der Fälle spielt Vererbung eine Rolle. Wenn Demenz jedoch vor dem 65. Lebensjahr auftritt, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass genetische Faktoren eine Rolle spielen. Die frontotemporale Demenz ist eine Form, die häufig vor dem 65. Lebensjahr diagnostiziert wird.
Es wird zunehmend mehr über Risikofaktoren für Demenz bekannt, die die Wahrscheinlichkeit erhöhen, an dieser Krankheit zu erkranken. Die wichtigsten Risikofaktoren sind:
 

  • Hoher Blutdruck
  • Übergewicht
  • Alkoholmissbrauch
  • Diabetes
  • Rauchen
  • Erhöhtes Cholesterin
  • Ungesunde Ernährung
  • Mangelnde Bewegung
  • Wenig geistige Herausforderung
  • Eingeschränkte soziale Kontakte

Welche Symptome sind bei Demenz erkennbar?

Demenz äußert sich bei jedem Menschen anders. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

Angehörige berichten oft, dass das unverständliche Verhalten einer betroffenen Person eines der ersten Anzeichen für ihre Sorgen war. Dies kann sich durch häufige Unruhe, das Starren ins Leere, schnelle Aggressionen oder misstrauisches Verhalten äußern.


Diese Verhaltensänderungen sind in der Regel auf Veränderungen der Emotionen zurückzuführen. Menschen mit Demenz können häufiger ängstlich, depressiv, ruhelos oder antriebslos werden. Zudem entsteht bei den Betroffenen oft das Gefühl, anderen Menschen nicht mehr vertrauen zu können.

 

  • Vergesslichkeit
  • Probleme mit Aufmerksamkeit, Konzentration und verlangsamter Informationsverarbeitung
  • Schwierigkeiten beim Ausführen alltäglicher Aktivitäten (Apraxie)
  • Probleme beim logischen Denken, Planen und Organisieren
  • Verwirrung bezüglich Zeit und Ort
  • Sprachstörungen (Aphasie)
  • Schwierigkeiten beim Erkennen von Gegenständen (Agnosie)

*Hinweis: Wenn jemand vergesslich wird, bedeutet das nicht automatisch, dass Demenz vorliegt. Der Gedächtnistest von Alzheimer Nederland kann dabei helfen, festzustellen, wie stark die Vergesslichkeit ausgeprägt ist und wann es ratsam ist, mit einem Hausarzt zu sprechen.

Der Verlauf der Demenz:


Der Verlauf der Demenz variiert von Person zu Person. Menschen mit Demenz leben im Durchschnitt etwa 6,5 Jahre mit der Krankheit. Die Diagnose kann oft mehr als ein Jahr in Anspruch nehmen.


Da es sich um eine fortschreitende Krankheit handelt, verschlimmern sich die Symptome im Laufe der Zeit. Einige Menschen erleben einen schnellen Krankheitsverlauf, während andere noch lange nach der Diagnose ein selbstständiges Leben führen können.


Angehörige leisten zu Hause Unterstützung und erhalten Hilfe von Pflegekräften und Freiwilligen, die eine wichtige Rolle in der Betreuung spielen. Mit der Zeit ist es jedoch oft nicht mehr möglich, zu Hause zu leben, sodass eine Aufnahme in eine Pflegeeinrichtung notwendig werden kann.


Behandlung und Prävention:


Es gibt noch keine Heilung für Demenz. Die Behandlung konzentriert sich auf die Linderung der Symptome und die Verlangsamung des Fortschreitens der Krankheit. Technische Hilfsmittel können zudem dazu beitragen, dass Menschen mit Demenz länger selbstständig bleiben können.


Wissenschaftler haben inzwischen herausgefunden, dass bis zu 30 % der Demenzfälle durch gesündere Lebensgewohnheiten vermieden werden können. Scrollen Sie nach oben, um die zehn wichtigsten Risikofaktoren noch einmal zu lesen.
 

Quellen